Wir legen offen, wo die Daten tragen und wo eine weitere Erhebung nötig wäre. Das Management erhält eine Grundlage für Prioritäten, Kommunikation und weitere Beteiligung. Es entscheidet selbst, wie es mit widersprüchlichen Erwartungen umgeht.
Die Gruppierung anhand der Ergebnisse überprüfen: Die ursprüngliche Einteilung der Stakeholder ist eine Arbeitshypothese. Zeigen die erhobenen Erwartungen Unterschiede innerhalb einer Gruppe, kann sie weiter differenziert werden. Stimmen die für den Auftrag relevanten Erwartungen überein, können Gruppen zusammen betrachtet werden. Diese Prüfung verhindert, dass ein vorab gewähltes Etikett die tatsächlichen Bedürfnisse verdeckt.
Anspruchsgruppen und Kernkompetenzen in NPO verbinden: Bei gemeinwohlorientierten Organisationen beginnt die Segmentierung mit der Klärung, wer als Kunde beziehungsweise Stakeholder betrachtet wird. Bedürfnisse und Verhaltensweisen bilden die Kriterien für unterschiedliche Gruppen. Aus der Reflexion vergangener Erfolge, ihrer Ursachen und auch von Fehlschlägen werden organisationale Kernkompetenzen herausgearbeitet. Darauf aufbauend werden Wertversprechen für die Gruppen und der dafür erforderliche Entwicklungsbedarf konkretisiert.
Arbeitsergebnisse: Überprüfte Sicht auf relevante Anspruchsgruppen; Gemeinsame und widersprüchliche Erwartungen; Entscheidungsfragen für Strategie und Kommunikation.
Beteiligung bedeutet nicht, dass jede Erwartung erfüllt werden kann. Mandat und Umgang mit den Ergebnissen gehören in die Auftragsklärung.
Die Methode gewinnt ihren Wert durch die Trennung von formaler Zugehörigkeit und tatsächlicher Erwartung. Ein Eigentümer, eine Kundengruppe oder eine Behörde kann für dieselbe strategische Frage sehr unterschiedliche Perspektiven haben; umgekehrt können Akteure aus verschiedenen Gruppen einen gemeinsamen Nutzen erwarten. Deshalb wird eine erste Landkarte mit Betroffenen und Schlüsselspielern überprüft.
Wir fragen, welcher Beitrag für wen wichtig ist, welche Abhängigkeit daraus entsteht und wo widersprüchliche Erwartungen eine bewusste Entscheidung verlangen. Der Prozess kann Interviews, Gespräche oder eine geeignete Befragung umfassen. Die Auswertung verdichtet nicht alles zu einem einzigen Mehrheitsbild. Sie zeigt Unterschiede, Gemeinsamkeiten und Unklarheiten, die für den Auftrag relevant sind. Gerade in gemeinwohlorientierten Organisationen ist auch die Frage wichtig, wer überhaupt als Kunde oder Anspruchsgruppe betrachtet wird.
Aus Erfolgen und Fehlschlägen können die Fähigkeiten der Organisation herausgearbeitet werden; erst dann wird ein Wertversprechen für die Gruppen sinnvoll. Für Auftraggeber entsteht eine nachvollziehbare Grundlage, um Beteiligung und Kommunikation zu planen. Welche Interessen Vorrang haben, bleibt eine Führungsentscheidung, die durch die Analyse sichtbar, aber nicht ersetzt wird.
Eine Stakeholderliste allein verändert noch keine Entscheidung. Die Analyse unterscheidet Interessen, Einfluss, Betroffenheit und die vorhandenen Beziehungen zu den beteiligten Gruppen. Das Projektteam hält fest, welche Annahmen über diese Gruppen durch Gespräche geprüft werden müssen. Daraus lassen sich geeignete Beteiligungs- und Kommunikationsformen ableiten: Wer braucht Information, wessen Wissen ist für die Lösung notwendig und wer muss eine Entscheidung mittragen? Die Analyse wird mit dem Auftraggeber vor wichtigen Weichenstellungen erneut betrachtet, weil sich Einfluss und Haltung im Verlauf verändern können.
Das Ergebnis ist eine nachvollziehbare Entscheidungsgrundlage für den Umgang mit unterschiedlichen Erwartungen. Es ist weder eine Einteilung in Verbündete und Gegner noch ein Ersatz für das direkte Gespräch mit den Menschen, um die es geht.