Für jede Führungsfunktion lässt sich beschreiben, welche Leistungserwartungen das Umfeld an sie richtet, welche Entscheidungen und Verhandlungen zu führen sind, welche Zielkonflikte auszuhandeln und welche Stakeholder zu bedienen sind. An die Personen stellt das Anforderungen: analytische, soziale und aktionsorientierte Fähigkeiten, Beziehungsfähigkeit, die Fähigkeit zur Distanz, Gestaltungswille und Selbstreflexion.
Besonderes Gewicht hat der Umgang mit Paradoxien. Führungskräfte müssen in Verbindung sein und sich abgrenzen können, reflektieren und zum Abschluss kommen, Ordnung schaffen und Freiräume für Neues öffnen. Sie schützen den eigenen Bereich vor Irritationen und speisen zugleich relevante Beunruhigung von außen ein. Sie schöpfen vorhandenes Wissen aus und bleiben aufmerksam für Lagen, in denen es auf den Umgang mit Nichtwissen ankommt.
Im Strategieprozess macht sich das Strategieteam mit einer Stakeholder-Analyse das Beziehungsgeflecht bewusst, in das die Organisation eingebunden ist. Zuerst werden die wichtigsten Stakeholder identifiziert, etwa Stadt, Aufsichtsgremien, Eigentümer, Kooperationspartner, Kunden, Mitarbeitende, Arbeitnehmervertretung, Behörden, Medien und Bürgerinitiativen. Dann werden Art des Interesses, Art der Macht, Bedeutung für den Erfolg und Intensität der Beziehung beschrieben. Die Auswertung zeigt Wechselwirkungen, Chancen und Bedrohungen und macht Interessenkonflikte im Kreis der Schlüsselpersonen transparent.
Verlangt eine Veränderung neue Kooperationsmuster und zugleich neue Kompetenzen, verbindet eine Lernarchitektur Organisationsentwicklung und Personalentwicklung, damit beide Ebenen sich synchron weiterentwickeln.