
Grundlagen
Was bedeutet systemische Organisationsberatung?
Organisationen als soziale Systeme verstehen: Strategie, Kommunikation und Entscheidungen im Zusammenhang betrachten.
Mehr lesenSystemisches Teamcoaching schafft die Voraussetzungen für Hochleistungsteams: Ziele, Perspektiven, Ablauf und Ansätze für eine bessere Teamdynamik.

Hochleistungsteams sind in aller Munde. Was ein Team braucht, um im höchsten Maße leistungsfähig zu sein, lässt sich aus systemtheoretischer Sicht benennen: einen Entwicklungsprozess, der zu einer besonderen Form der Arbeitsfähigkeit führt, die nur Teams entfalten können. Systemisches Teamcoaching schafft die Voraussetzungen dafür. Es gibt dem Team Raum und Zeit, sich selbst als Gruppe zum Thema zu machen und die eigene Zusammenarbeit zu entwickeln.
Zur besonderen Arbeitsfähigkeit eines Teams gehört zunächst ein klares Verständnis von Mitgliedschaft und Sinn. Im Team gibt es ein Zugehörigkeitsgefühl und ein gemeinsames Bild davon, warum und wofür es das Team gibt.
Darüber hinaus braucht jedes Teammitglied seinen Platz. Daraus entsteht Sicherheit, auch im psychologischen Sinn. Schließlich stellen Teams ein Gleichgewicht in der Einflussverteilung sicher, indem sie nicht zulassen, dass ein Mitglied die Gruppe instrumentalisiert.
Wimmer (2022) beschreibt das Ergebnis dieses Prozesses so: „Die Gruppe folgt auf diesem erreichten Modus Operandi schließlich ihrer ganz eigenen Melodie, die in ihrem Prozess der Selbsthervorbringung miteinander komponiert worden ist.“
Im systemischen Teamcoaching wird das Team dabei begleitet, die Entwicklungs- und Aushandlungsprozesse der eigenen Teambildung in den Blick zu nehmen und sich als Gruppe zum Thema zu machen. Es entsteht ein Raum, der Zeit für die erforderliche Teamentwicklung bietet.
Interventionen dienen dazu, Prozesse in Gang zu setzen. Sie rücken Fragen der Mitgliedschaft und Zugehörigkeit in den Mittelpunkt, lassen das Team seinen Existenzgrund betrachten, regen dazu an, das Miteinander zu reflektieren, und geben Gelegenheit, Aushandlungsprozesse zu üben.
Teamentwicklung ist ein Prozess, der das Zusammenspiel im Team bearbeitet, ebenso das Zusammenspiel mit anderen Organisationseinheiten und mit Netzwerken der Organisation. Zur Teamentwicklung gehören unterschiedliche Ansätze der Beratung. Teamcoaching ist einer davon.
Teamentwicklung ist damit der weitere Begriff. Teamcoaching bezeichnet innerhalb dieses Rahmens die Begleitung, in der sich das Team selbst als Gruppe zum Thema macht.
Teamcoaching verfolgt vier Ziele. Erstens werden die Voraussetzungen geschaffen, damit das Team sein Potenzial mobilisieren und Hochleistung erbringen kann. Zweitens wird Konfliktfähigkeit aufgebaut.
Drittens entsteht ein Bewusstsein für Stärken und Entwicklungsbedarfe im Team. Viertens erhält das Team das Werkzeug, um seine Stärken besser zu nutzen und Entwicklungsbedarfe zu bearbeiten.

Damit das Team sein Potenzial mobilisieren und Hochleistung erbringen kann, werden im Teamcoaching vier Perspektiven genutzt.
Die erste Perspektive schärft den Existenzgrund des Teams. Die Frage „Warum gibt es das Team?“ dient als Einstieg, um die Sinnorientierung zu stärken.
Die zweite Perspektive lautet: seinen Platz finden. Betrachtet wird, ob jedes Teammitglied seinen Platz in der Gruppe hat und ob sich die Mitglieder sicher fühlen. Dazu gehört, ob sich jedes Mitglied jederzeit traut, offen zu sein, auch wenn es sich dadurch verletzlich macht, und ob sich die Mitglieder aufeinander verlassen können.
Die dritte Perspektive betrifft Grenzen und Interdependenzen. Hier geht es um das Verhältnis des Teams zu anderen Organisationseinheiten, um die Zusammenarbeit mit anderen Bereichen und um den Einfluss, den Team und Gesamtorganisation aufeinander haben. Betrachtet wird auch, mit welchen Beobachtungs- und Bewertungsrastern sich das Team seine Umwelt verständlich macht und ihre Komplexität reduziert.
Die vierte Perspektive ist das Gleichgewicht. Sie fragt nach der Qualität der Kooperationsbeziehungen im Team, nach dem Umgang mit Unstimmigkeiten sowie danach, wie kommuniziert und wie entschieden wird.
Ein Teamcoaching verläuft in fünf Schritten. Am Anfang stehen Auftragsklärung und Zielsetzung. Dazu gehören die Aufnahme der Ausgangssituation, eine Beschreibung der Problemstellung und das gemeinsame Festlegen von Zielen.
Es folgt die gemeinsame Analyse der Teamsituation. Durch Beobachtungen, Zuhören, Befragungen oder Interviews wird die Situation des Teams tiefergehend betrachtet. Auf dieser Grundlage wird das Teamcoaching vorbereitet und der Coachingprozess skizziert.
Im dritten Schritt, Intervention und Entwicklung, beginnt die Arbeit mit dem Team im Rahmen des Coachingprozesses. In der anschließenden Reflexion wird betrachtet, wie sich die Erkenntnisse aus dem Coaching in den Arbeitsalltag übersetzen lassen und welche Wirkung zu beobachten ist. Den Abschluss bildet eine Evaluation.
Zu den Ansätzen, mit denen sich die Teamdynamik verbessern lässt, gehört die Förderung von Kommunikation und Zusammenarbeit. Die Kommunikation im Team zum Thema zu machen, schafft Raum für einen wertvollen Dialog über die Zusammenarbeit. Zwei Perspektiven bieten sich zum Einstieg an.
Die erste richtet sich auf die Praxis: wie im Team kommuniziert wird, wie Entscheidungen getroffen werden, wann Kommunikation eher situativ stattfindet und wofür es Meeting-Routinen gibt.
Die zweite richtet sich auf die Wahrnehmung, also darauf, wie die Kommunikation im Team erlebt wird. Im Diskurs mit dem Team wird gemeinsam herausgearbeitet, was beibehalten, verändert oder gestrichen werden sollte.
Konflikte gehören dazu und können bei richtigem Umgang zur Produktivität beitragen. Grundvoraussetzung dafür, Konflikte positiv zu nutzen, ist Psychological Safety, also psychologische Sicherheit. Im Teamcoaching wird deshalb besprochen, wie das Team mit unterschiedlichen Perspektiven umgeht, wie es auf Konflikte schaut und wie es sich in konfliktbehafteten Situationen verhält.
Psychologische Sicherheit beschreibt nach Edmondson (2014, 2020) die geteilte Wahrnehmung der Mitglieder eines Teams, dass niemand vom Team für eine konstruktiv-kritische Stellungnahme zurückgewiesen, ausgeschlossen oder sanktioniert wird.
Der Begriff beschreibt die Erfahrung und damit die handlungsleitende Erwartung, sich mit relevanten Ideen, Fragen oder Bedenken äußern zu können. Die Arbeitsumgebung wird als sicher genug wahrgenommen, ohne das eigene Selbstbild in Gefahr zu sehen.
Veränderungsfähigkeit ist eine wesentliche Kompetenz von Hochleistungsteams. Um sie zu erlernen, ist es wichtig, das Team aktiv in den Veränderungsprozess einzubeziehen.
Sechs Fragen strukturieren diese Beteiligung. Zu klären ist, warum die Veränderung erforderlich ist, wohin die Reise geht und wie das Zielbild aussieht. Ebenso wird besprochen, wie der Weg zum Ziel aussehen soll und was es braucht, damit die Veränderung ein Erfolg wird.
Hinzu kommt die Bestandsaufnahme: was im Team schon vorhanden ist, was noch entwickelt werden muss und auf welche Weise. Schließlich legt das Team fest, worauf es während der Reise achtet.
Im systemischen Teamcoaching wird ein Team dabei begleitet, die Entwicklungs- und Aushandlungsprozesse der eigenen Teambildung zu betrachten und sich als Gruppe zum Thema zu machen.
Teamentwicklung bearbeitet das Zusammenspiel im Team und mit anderen Organisationseinheiten und umfasst verschiedene Beratungsansätze. Teamcoaching ist einer dieser Ansätze.
Es beginnt mit Auftragsklärung und Zielsetzung, gefolgt von der gemeinsamen Analyse der Teamsituation. Danach kommen Intervention und Entwicklung, Reflexion und eine abschließende Evaluation.
Nach Edmondson ist es die geteilte Wahrnehmung, dass niemand für eine konstruktiv-kritische Stellungnahme zurückgewiesen, ausgeschlossen oder sanktioniert wird.

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