Im Auswertungsgespräch werden Ergebnisse in Bezug auf Funktion und Arbeitsumfeld besprochen. Ein veröffentlichtes Logistik-Praxisbeispiel zeigt die Anwendung von Profilen in einem konkreten Projekt; seine Aussagen bleiben an diesen Fall gebunden. Die Diagnose unterstützt eine nachvollziehbare Entscheidung und einen möglichen Entwicklungsplan. Sie ersetzt weder das Urteil der verantwortlichen Personen noch eine Prüfung rechtlicher und datenschutzbezogener Voraussetzungen im konkreten Auftrag.
Ergebnisse auf die Rolle beziehen: Der Soll-Ist-Abgleich verbindet die Anforderungen mit den Informationen zu Kompetenzen, Erfahrungen, Potenzialen, Risiken und Motivation. Zum Assessment gehört ein Rückmeldegespräch. Die Ergebnisse unterstützen eine begründete Einschätzung und die weitere Entwicklungsarbeit.
Arbeitsergebnisse: Ein Anforderungsprofil als Bezugspunkt der Einschätzung; Ein auf die Funktion bezogener Vergleich von Anforderungen und Kandidatenprofil; Ansatzpunkte für Besetzungsentscheidungen und individuelle Entwicklung.
Vor dem Einsatz werden Entscheidungsfrage, Verfahrensauswahl, qualifizierte Durchführung, Rückmeldung und der Umgang mit personenbezogenen Ergebnissen vereinbart. Aktuelle Instrumentversionen und technische Zugänge sind Teil dieser Klärung.
Mehrere Instrumente beantworten unterschiedliche Fragen. Ein funktionsbezogenes Anforderungsprofil beschreibt, was die Organisation braucht. Ein Persönlichkeitsprofil kann Hinweise auf Stärken, Motive und Risiken geben. Ein 360-Grad-Feedback zeigt, wie Verhalten im Arbeitsumfeld wahrgenommen wird. Verfahren zur kognitiven Leistung richten sich wieder auf andere Merkmale. Diese Aussagen dürfen nicht vermischt werden. Wir prüfen vor der Auswahl eines Instruments, welche Frage der Auftraggeber tatsächlich entscheiden muss und welche Informationen dafür geeignet sind.
Gerade bei Führungskräften kann ein Unterschied zwischen Selbst- und Fremdbild ein Anlass zur Reflexion sein, ohne dass daraus unmittelbar eine Eignungsentscheidung folgt. Gütekriterien sind Objektivität, Reliabilität und Validität. Ein Verfahren muss seine Eignung für den konkreten Zweck aktuell belegen. Im Auswertungsgespräch werden Passungen und Unterschiede zum Jobprofil transparent gemacht. Die Beteiligten können daraus Interviewfragen, Entwicklungsziele oder eine begründete Auswahlentscheidung ableiten. Die Diagnose soll die Qualität der Entscheidung erhöhen und ihre Grenzen offenlegen.
Objektivität, Reliabilität und Validität sind Gütekriterien diagnostischer Verfahren. Diese Begriffe helfen bei der Frage, welche Aussage ein Instrument für eine konkrete Auswahl oder Entwicklung überhaupt tragen kann. Wir unterscheiden daher, was ein Test misst, was ein Interview zeigt und was aus beobachteter Arbeit bekannt ist. Ein 360-Grad-Feedback liefert beispielsweise Perspektiven auf erlebtes Verhalten; es ist nicht automatisch eine Eignungsprognose für eine neue Funktion.
Im Gespräch mit den Verantwortlichen werden die Befunde auf das zuvor geklärte Anforderungsprofil bezogen. Widersprüche bleiben sichtbar und werden geprüft, statt zu einem scheinbar eindeutigen Einzelwert verrechnet zu werden. Das Ergebnis unterstützt eine begründete Personalentscheidung und kann konkrete Entwicklungsbedingungen benennen. Aktuelle Normen und rechtliche Voraussetzungen müssen für das gewählte Verfahren gesondert geprüft werden.
Von solchen Verfahren zu unterscheiden sind Typologien wie der Golden Profiler of Personality (GPOP) und der Myers-Briggs-Typenindikator (MBTI). Sie gehen auf Jungs Typentheorie zurück und beruhen auf Selbsteinschätzung; der GPOP versteht sich ausdrücklich nicht als Test. Erfasst werden vier Präferenzpaare: Extraversion oder Introversion, Wahrnehmen über die fünf Sinne oder über Intuition, analytisches oder wertorientiertes Entscheiden sowie eine strukturierende oder eine wahrnehmende Einstellung zur Außenwelt. Daraus ergeben sich 16 Profile, die sich zu vier Grundmustern zusammenfassen lassen. Gute oder schlechte Typen gibt es dabei nicht.
Eine Typologie zeigt, wie jemand bevorzugt die Wirklichkeit wahrnimmt und Entscheidungen trifft, und sie gibt Anregungen, eigene Stressmuster zu erkennen und zu steuern. Führungskräfte können daran ihren bevorzugten Führungsstil erkennen, und Führungsteams werden sensibler für die unterschiedlichen „Wellenlängen“ ihrer Mitarbeitenden. Ihr Platz liegt deshalb in der Selbstreflexion, der Fortbildung von Führungskräften und der Arbeit in Teams. Eine Rangfolge von Kandidaten liefert sie nicht, weil sie Präferenzen beschreibt und keine Typen bewertet. Für die Eignungsfrage bleibt der Abgleich mit dem Anforderungsprofil maßgeblich.