Die Lernsettings bestehen nur so lange, wie sie dem Entwicklungsprozess dienen. Ergebnis ist kein Standardcurriculum, sondern eine anpassbare Folge von Arbeit, Lernen und Auswertung. Der weiter reichende Nutzen liegt darin, dass die Organisation ihre eigenen Veränderungsmuster beobachten und weiterentwickeln kann. Diese Fähigkeit entsteht durch wiederholte Anwendung und Reflexion, nicht durch die bloße Teilnahme an Trainings.
Die Verzahnung ist sehr konkret eine Taktung. Wenn eine organisationale Aufgabe den Anfang macht, kommt vor eine Bearbeitungsphase die Qualifizierung, die genau auf deren nächste Anforderungen vorbereitet. Nach der Arbeit werden Erfahrungen ausgewertet und die nächste Phase darauf aufgebaut.
Wenn dagegen ein Entwicklungsprogramm den Anfang macht, werden parallel zur Qualifizierung jene Bedingungen im Unternehmen geschaffen, unter denen das Gelernte eingesetzt werden kann. Beide Wege vermeiden einen Bruch zwischen Seminarraum und Arbeitsalltag. Die Lernsettings können Lerninhalte vermitteln, Arbeit am Arbeitsplatz begleiten, Projektaufgaben einbeziehen und individuelles Lernen ermöglichen. Sie bestehen nur für die Zeit, in der sie der Veränderung dienen.
In Reflexionsrunden tauschen die Beteiligten Beobachtungen aus beiden Architekturen aus: Was haben Menschen gelernt, was hat sich in Prozessen verändert, und wo verhindert die Organisation gerade die Anwendung? Der Inhalt der folgenden Etappe wird nicht aus einem zu Beginn feststehenden Katalog entnommen. Er wird aus der vorangegangenen Bearbeitung und den neuen Fragen abgeleitet. Auftraggeber erhalten dadurch eine anpassbare Prozessarchitektur, mit der Qualifizierung und Veränderungsarbeit zusammen entschieden werden können.
Für Auftraggeber ist besonders wichtig, wer die Verbindung der beiden Architekturen trägt. Die für die Veränderungsaufgabe Verantwortlichen und die Personen für Qualifizierung müssen ihre Planungen aufeinander beziehen. Wird zuerst ein Seminar konzipiert und erst danach nach einer Anwendung gesucht, fehlt dieser Zusammenhang häufig. Umgekehrt kann ein Veränderungsprojekt an Fähigkeiten scheitern, die niemand rechtzeitig entwickelt.
Wir legen deshalb zu jeder Arbeitsetappe fest, welches Lernen vorbereitet, welche reale Aufgabe bearbeitet und welche Erfahrung anschließend ausgewertet wird. Diese Rückkopplung macht auch sichtbar, ob ein Hindernis bei der Person, beim Format oder bei organisatorischen Bedingungen liegt. Die nächste Lernphase entsteht aus diesem Befund und bleibt dadurch für die Beteiligten nachvollziehbar.