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Mobile Learning im Unternehmen: Wofür es sich eignet und wo es an Grenzen stößt

Was Mobile Learning im Unternehmen ist, warum es Präsenzformate nicht ersetzt, welche fünf Kriterien es erfüllen sollte und wie eine Einführung abläuft.

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Beraterinnen von transformis lachen gemeinsam in einer Arbeitsrunde

Mobile Learning im Unternehmen bedeutet, dass Mitarbeitende über mobile Endgeräte lernen: unabhängig von Zeit, Ort und Endgerät, selbstorganisiert und im eigenen Tempo. Bei transformis ist es ein Baustein des Blended Learning und kein Ersatz für gemeinsames Lernen. Mobile Phasen tragen das individuelle Lernen. Damit eine Organisation lernt, braucht es zusätzlich reflexive Präsenzveranstaltungen, geleitete Vertiefungswebinare und handlungsorientierte Workshops. Der Grund liegt im systemischen Verständnis von Organisationen: Sie lassen sich von außen nicht verändern, auch nicht durch eine Lern-App. Der Beitrag beruht auf einer Präsentation von Frédéric Sedlák zu Performancesteigerung und Change über mobile Endgeräte.

Das nehmen Sie mit

  • Mobile Learning heißt Lernen über mobile Endgeräte, unabhängig von Zeit und Ort und im eigenen Tempo.
  • Es trägt das individuelle Lernen. Organisationales Lernen braucht Präsenz, Reflexion und Austausch.
  • Fünf Kriterien: Selbststeuerung, praktische Vertiefung, kollaboratives Lernen, Lernbegleitung und Evaluation.
  • Eine Einführung führt über Kompetenzmodell, Prototyp und begleitete Testphase zum Rollout.

Was ist Mobile Learning im Unternehmen?

Mobile Learning ist Lernen über mobile Endgeräte. Die Inhalte stehen unabhängig von Zeit, Ort und Gerät zur Verfügung, und jede Person lernt selbstorganisiert in ihrem eigenen Tempo. transformis ordnet Mobile Learning als eines von vier Elementen in ein Blended-Learning-Konzept ein. Daneben stehen Online Learning, ortsunabhängige Webinare und ortsgebundene Workshops.

Den Rahmen bildet der Begriff Blended Learning, wörtlich gemischtes Lernen. Nach Reinmann-Rothmeier verbindet das Konzept virtuelle Lernphasen mit Präsenzphasen und versucht so, die Potenziale von E-Learning mit denen traditioneller Lehrveranstaltungen zu verbinden. Singh und Reed betonen, die passenden Lerntechnologien auf den persönlichen Lernstil abzustimmen, damit die richtigen Fähigkeiten zur richtigen Zeit bei der richtigen Person ankommen. Mobile Learning ist in diesem Verständnis ein Kanal unter mehreren und nicht das ganze Konzept.

Kann Mobile Learning Präsenztrainings ersetzen?

Nein. Mobile Phasen und Präsenz erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Online-gestützte Lernphasen schaffen Freiraum für zeitintensive Übungen und für die Vertiefung von Inhalten, die in eng bemessenen Seminarzeiten keinen Platz finden. Dadurch bleibt in den Präsenzphasen mehr Zeit für Methoden und Inhalte, die nur im direkten persönlichen Austausch wertvolle Erfahrungen möglich machen: Reflexion, Rollenspiel und persönliche Begegnung.

Didaktisch geht es um eine Balance zwischen Instruktion und Konstruktion, in Anlehnung an Reinmann-Rothmeier und Mandl. Lernen ist ein aktiver, selbstgesteuerter, konstruktiver, situativer und sozialer Prozess, in dem Lernende zwischen aktiver und zeitweise rezeptiver Position wechseln. Lehrende leiten im Sinne von anregen, unterstützen und beraten sowie darbieten und erklären. Blended Learning nach systemischem Verständnis ist deshalb die didaktisch sinnvolle Verzahnung von E-Learning mit konventionellen Lernmethoden und ein ressourcenorientiertes Angebot, das auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Lernenden ausgelegt ist.

Warum verändert eine Lern-App allein keine Organisation?

Weil Organisationen nach systemischem Verständnis keine dinglichen Sachen sind. Man kann sie nicht anfassen, sondern nur beobachten. Sie sind hochkomplexe soziale Kommunikationssysteme. Ihr Basiselement ist Kommunikation, ihr wichtigstes kommunikatives Ereignis die Entscheidung. Organisationen sind operativ geschlossen und selbstbezüglich, sie sehen nicht, was sie nicht sehen, und sie sind von außen nicht veränderbar.

Für das Lernen hat das eine klare Folge. Was eine Person auf einem mobilen Endgerät lernt, verändert zunächst ihr eigenes Wissen. Ob daraus eine andere Arbeitsweise wird, entscheidet sich in der Kommunikation der Organisation, also dort, wo Erfahrungen besprochen und Entscheidungen getroffen werden. transformis unterscheidet deshalb zwei Ebenen. Individuelles Lernen findet mobil und online statt, selbstorganisiert und im eigenen Tempo, etwa mit dem Performance Simulator. Organisationales Lernen entsteht in reflexiven Präsenzveranstaltungen, geleiteten Vertiefungswebinaren und handlungsorientierten Workshops. Warum Weiterbildung im Alltag sonst oft wenig verändert, beschreibt der Beitrag zum Lerntransfer.

Berater von transformis zeigt einer Kollegin etwas an der Fensterfront
Berater von transformis zeigt einer Kollegin etwas an der Fensterfront

Welche Kriterien muss Mobile Learning erfüllen?

transformis legt an Blended Learning und damit auch an das Lernen über mobile Endgeräte fünf Kriterien an.

Erstens selbstgesteuertes Lernen im individuellen Tempo: Online-gestützte Lernphasen ermöglichen Lernen unabhängig von Raum und Zeit. Zweitens Wissenskonstruktion und praktische Vertiefung: Erst außerhalb der oft eng bemessenen Zeitfenster finden Lernende den Freiraum für zeitintensive Übungen. Drittens Kommunikation und kollaboratives Lernen: In den Präsenzphasen bleibt mehr Zeit für den persönlichen Austausch. Viertens Lernbegleitung und tutorieller Support: Lernende brauchen klare Strukturen, Orientierung und Feedback im Lernprozess. Fünftens Lernerfolgskontrolle und Evaluation: Stetige Evaluationen der Lernmethoden und Lernerfolgskontrollen dokumentieren den Lernprozess.

Die Kriterien zeigen, dass Mobile Learning mehr ist als Inhalte auf einem Gerät. Begleitung, Austausch und Auswertung gehören dazu.

Was zeigt ein Lernmanagementsystem?

Mobile Lernmodule laufen über ein Lernmanagementsystem (LMS). In einem Prozessbeispiel aus der Präsentation will ein Unternehmen einer Zielgruppe Lerninhalte vermitteln, etwa Leitlinien, Verhaltensentwicklung und Kompetenzentwicklung. transformis konzipiert dafür ein oder mehrere Lernmodule und programmiert sie LMS-kompatibel.

Für den Weg durch die Module gibt es zwei Möglichkeiten: Die Lernenden wählen nach persönlicher Präferenz aus, oder die Reihenfolge wird vorgegeben. Im zweiten Fall werden die Stufen spielerisch erarbeitet, und das nächste Modul wird erst nach erfolgreichem Abschluss des vorherigen freigegeben.

Ein LMS macht laut Präsentation Aktivitäten, Lernfrequenz, Lernspaß und einen Kompetenzfaktor dynamisch nachvollziehbar und auswertbar. Beispielansichten zeigen den Lernfortschritt je Kurs und Teilnehmenden, eine Matrixansicht und eine Übersicht über Aufgaben. Wie mit solchen personenbezogenen Lerndaten umgegangen wird und wer welche Auswertung sieht, gehört deshalb zur Klärung vor dem Start.

Wie läuft die Einführung von Mobile Learning ab?

Die Präsentation beschreibt den Weg in mehreren Schritten. Am Anfang stehen die Zielsetzung und ein Kompetenzmodell, das festlegt, welche Fähigkeiten entwickelt werden sollen. Die Inhalte werden modularisiert, und ein erster digitaler Prototyp entsteht. Danach werden das LMS und der Performance Simulator eingerichtet und die Inhalte in eine digitale Testumgebung eingespeist.

Es folgt eine begleitete Testphase als Beta-Rollout. Sie beginnt mit einer Kick-off-Veranstaltung mit ausgewählten Schlüsselspielern. Die Testergebnisse werden präsentiert und validiert, und das Feedback fließt in die Optimierung von Werkzeug und Plattform ein. Erst dann folgt der finale Rollout, danach die spezifische Weiterentwicklung. Offline begleiten Zielklärung, Coaching und Konfliktbewältigung den Prozess.

Zum Leistungsumfang gehören die Konzeption, Planung und Durchführung von Blended-Learning-Konzepten, die Erarbeitung von Kompetenzmodellen, die Entwicklung von E-Learning-Tools, die Verwaltung und Verteilung von Lerninhalten über Lernmanagementsysteme, Präsenzveranstaltungen vor Ort und ortsunabhängig, die Begleitung von Rollout-Phasen und die Weiterentwicklung bestehender Module. Welche Geräte, Plattformen und Lernmanagementsysteme heute geeignet sind, hängt vom Stand der Technik ab und wird im jeweiligen Auftrag geklärt.

Worauf beruht dieser Beitrag?

Grundlage ist die Präsentation „Performancesteigerung und Change über mobile Endgeräte“ (V 1.4) aus dem Jahr 2016. Frédéric Sedlák hat sie präsentiert, als transformis noch SEDLÁK & PARTNER hieß. Sie nennt Praxisbeispiele zur gezielten Kompetenzmessung und -entwicklung aus Bildung, Chemievertrieb, Pharmavertrieb sowie Service und Vertrieb. Die technischen Beispiele stammen aus dieser Zeit. Die didaktischen und systemischen Grundsätze finden sich heute auch auf der Leistungsseite Blended Learning.

Stand: Fachlich verantwortet: Frédéric Sedlák, Leitung Geschäftsanbahnung | Senior Consultant | Business Mediator

Häufige Fragen

Was ist Mobile Learning?

Lernen über mobile Endgeräte, unabhängig von Zeit, Ort und Gerät und im eigenen Tempo. Bei transformis ist Mobile Learning ein Baustein des Blended Learning, neben Online Learning, Webinaren und Workshops.

Kann Mobile Learning Präsenztrainings ersetzen?

Nein. Mobile Phasen tragen das individuelle Lernen und schaffen Zeit für Übung und Vertiefung. Reflexion, Rollenspiel und persönlicher Austausch brauchen Präsenzformate. Erst dort entsteht organisationales Lernen.

Was ist der Unterschied zwischen Mobile Learning und Blended Learning?

Blended Learning verbindet virtuelle Lernphasen mit Präsenzphasen. Mobile Learning ist einer der virtuellen Kanäle darin. Ein Blended-Learning-Konzept legt fest, welche Inhalte mobil, online, im Webinar oder im Workshop bearbeitet werden.

Welche Kriterien sollte ein Mobile-Learning-Angebot erfüllen?

transformis nennt fünf: selbstgesteuertes Lernen im individuellen Tempo, Wissenskonstruktion und praktische Vertiefung, Kommunikation und kollaboratives Lernen, Lernbegleitung und tutorieller Support sowie Lernerfolgskontrolle und Evaluation.

Was lässt sich mit einem Lernmanagementsystem auswerten?

Aktivitäten, Lernfrequenz, Lernspaß und ein Kompetenzfaktor lassen sich dynamisch nachvollziehen, etwa als Lernfortschritt je Kurs und Teilnehmenden oder in einer Matrixansicht. Wer welche Auswertung sieht, sollte vor dem Start geklärt sein.

Wie wird Mobile Learning im Unternehmen eingeführt?

Über Zielsetzung und Kompetenzmodell, modularisierte Inhalte und einen digitalen Prototyp, eine begleitete Testphase mit Kick-off und Feedback und erst danach den finalen Rollout. Welche Technik heute passt, wird im Auftrag geklärt.

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